9 Tipps zum nachhaltig leben mit wenig Geld

Nachhaltig leben ist gut und erstrebenswert, aber leider manchmal gar nicht so einfach. Viele Menschen leben nicht etwa aus bösen Absichten unnachhaltig, sondern eher aus Bequemlichkeit, Kostengründen oder Gewohnheiten. Den alten Lebensstil von heute auf morgen aufzugeben fällt jedem schwer, aber das ist auch gar nicht nötig. Viel mehr kommt es darauf an, sich erst einmal dem Ziel bewusst zu werden und sich über die Dringlichkeit im Klaren zu sein, um dann nach und nach die nötigen Schritte einzuleiten, die letzendlich zum Erfolg führen. Nachhaltigkeit ist kein Aspekt, der sich in "nachhaltig" und "nicht nachhaltig" unterteilen lässt, sondern viel eher ein Spektrum, dass durch viele Faktoren beeinflusst wird. Beispielsweise kann sich eine Person nur von ökologischster Bio-Kost ernähren - gleichzeitig aber auch im Jahr 6 Flugreisen antreten, zusätzlich vielleicht noch jeden Tag 2 Stunden zur Arbeit hin- und herpendeln und in der Bilanz dann ähnlich dastehen, wie jemand, der fast ausschließlich zu konventionellen Produkten greift, aber lieber ÖPNV und Fahrrad nutzt, um an seine Ziele zu kommen. Niemand lebt perfekt nachhaltig, aber dennoch kann und sollte jeder versuchen, sein eigenes Nachhaltigkeitsoptimum zu finden und danach zu leben. Und um dies etwas einfacher zu machen, haben wir euch hier 10 Tipps zusammengestellt, um auch mit wenig Geld nachhaltig zu leben, denn Kostengründe sind bis heute noch viel zu oft Grund, die Nachhaltigkeit zu vernachlässigen.

 

1. DIY Reinigungsmittel

 Ein echter Geheimtipp aber sehr effizient um nachhaltiger und kostengünstiger zu leben ist es, Teppichreiniger, Scheuermilch, Glasreiniger, Weichspüler & Co durch Hausmittel zu ersetzen. Tatsächlich braucht man nämlich nicht für jede Oberfläche im Haus ein extra angefertigtes Putzmittel, sondern es lassen sich mit ein paar Grundmitteln schon fast Universalreiniger herstellen. Keine Sorge es ist nicht kompliziert. Für 7 Rezepte für Allzweckreiniger schau mal auf smarticular. Dort lernst du, wie du ganz einfach chemische und umweltschädliche Reiniger durch natürliche und preiswerte Allrounder ersetzen kannst.

 

2. Second Hand

Second Hand ist eine optimale Alternative zu teurer Fairtrade- und Bio-Kleidung. Denn obwohl man in Second Hand Shops eher auf konventionelle Kleidung der bekannten Hersteller stößt, gibt es immer noch 2 immense Vorteile gegenüber dem herkömmlichen Gang zur Massenmodekette: Wiederverwendung, bzw. Recycling spart nicht nur neue Ressourcen, sondern vermeidet auch noch Unmengen von Müll. Leider hat Second Hand, gerade bei jungen Menschen, einen viel zu schlechten Ruf dafür, was es ist. Dabei profitiert man auch selbst sehr davon, Kleidung aus zweiter Hand zu kaufen: Zum einen spart man viele Kosten und bekommt mit etwas Glück das teure Markenshirt zum halben Preis und zum anderen sieht man dem Kleidungsstück, besonders nachdem man es selbst ein paar Mal getragen hat, nicht mal an, dass es vorher jemand anderem gehört hat. Du siehst: Das Problem mit Second Hand ist nicht das Konzept, sondern unsere Mentalität. Vielleicht ist dir ja spontan bei dem Namen ein Bild von einem Geschäft mit muffigen, aus der Mode gekommenen Kleidungsstücken in den Sinn gekommen. Aber Second Hand ist längst nicht mehr das, was es einmal war.

Unzählige Online Shops haben es sich zum Ziel gesetzt, das Konzept zu modernisieren und massentauglich zu machen - ganz ohne dass man das Gefühl vermittelt bekommt, etwas "zweiter Klasse" zu erhalten. Dazu gehört unter anderem auch ubup. Dort werden Kleidungsstücke, in großen Teilen in sehr gutem oder sogar neuwertigem Zustand, verkauft. Und die Auswahl dort kann sich echt sehen lassen: Mit ca. 500.000 Kleidungsstücken allein für Erwachsene und Top-Marken wie Tommy Hilfiger, Hugo Boss oder Adidas kann jeder fündig werden und mit kostenlosem Versand und Rückversand den Kleidungsstücken dort eine Chance geben. Wer auch gerne mal seinen eigenen Kleiderschrank aussortieren möchte, dem empfiehlt sich Kleiderkreisel. Auf dem bekannten Shop können Mitglieder gebrauchte Kleidungsstücke tauschen, kaufen und verkaufen. Wer nicht nur Kleider, sondern auch andere Produkte kaufen und verkaufen möchte, der sollte bei ebay reinschauen. Zwar ist ebay allerorts bekannt, jedoch gerät es unserer Meinung nach im Alltag noch viel zu oft wieder in Vergessenheit. Und auch wenn viele eher aus Kostengründen, als wegen Nachhaltigkeitsbewusstsein dort shoppen, kann man trotzdem ein gutes Gewissen dabei haben, gleichzeitig noch etwas für die Umwelt zu tun.

3. Mieten statt Kaufen

Die gesamte Prozedur mit kaufen und verkaufen lässt sich bei vielen Dingen auch einfach umgehen: Gerade bei Gegenständen die man eher einmalig, als alltäglich nutzt, lohnt es sich, mal den Nachbarn oder den Bekannten zu fragen, ob er es einem leihen kann oder - wenn keiner aushelfen kann - es auch einfach zu mieten! Du wirst überrascht sein, wie viele Waren man online jetzt mieten kann. Ob für Abendkleider bis hin zu Handwerksgeräten, gibt es mittlerweile eine große Auswahl an Services, die einem im Zweifelsfall bares Geld sparen und noch obendrauf mehr als nachhaltig sind. Denn etwas gemeinsam zu benutzen senkt die Anzahl an benötigten Ressourcen ungemein und ist in vielen Fällen sinnvoller, als sich etwas zuzulegen, was danach nur ungenutzt in der Wohnung rumsteht. Natürlich ist das keine Option für vielgebrauchte Alltagsgegenstände, aber besondere Anlässe erfordern nunmal  auch besondere Methoden. Anders sieht es hingegen bei virtuellen Diensten bereits aus, bei dem das Prinzip "Nutzen statt Besitzen" längst Alltag ist. Streaming-Dienste für Musik wie Spotify oder Napster ersetzen die eigene Platten- oder CD-Sammlung, Netflix und Amazon-Prime sind die DVD-Sammlung des 21. Jahrhunderts geworden und Dienste wie Skoobe gelten als moderne Bibliothek, wo man gegen eine monatliche Pauschale aus 300.000 E-Books zu lesen wählen kann - unbegrenzt. Von Einschränkung kann man hier nicht sprechen. Stattdessen bekommt man eine große Auswahl zum kleinen Preis. Streaming gilt als etablierter Gedanke, der Geld, Zeit und Ressourcen spart. Und ein ähnliches Prinzip lässt sich nun mal auch auf mittlerweile alles Erdenkliche übertragen. 

Unser Tipp also: Falls du den Verdacht hast etwas zu brauchen, was du danach lange nicht mehr benutzen wirst, z.B. in Umzugsphasen, dann empfiehlt es sich, sich zu informieren, ob man etwas teuer anschaffen muss, oder günstig mieten bzw. leihen kann. Werkzeuge kann man für dieses konkrete Beispiel hier mieten, aber da die Auswahl an mietbaren Gegenständen so groß ist, empfiehlt es sich nach Bedarf selbst zu recherchieren und diese Möglichkeit im Hinterkopf zu behalten.

 

4. Leitungswasser trinken

Was spricht eigentlich dagegen? Kein Fan von stillem Wasser? Ich selbst verwendete jahrelang die Produkte von Sodastream und war stets zufrieden mit deren Produkten. Neben Kohlensäure lassen sich auch verschiedene Geschmacksrichtungen in Form von Getränkesirup in das Wasser mischen und so dem eigenen Belieben anpassen. Auch wenn Preise von 140€ für einen Wassersprudler zunächst vielleicht nicht gerade günstig erscheinen, bekommt man die ebenfalls einmal anzuschaffenden Flaschen dafür bereits im 3er-Pack für 13€ und die Kohlensäurezylinder für ca. 8€, was sich bei einer genauen Rechnung, je nach Preis der vorher gekauften Getränke nach 2 bis 6 Monaten bereits rentiert:

Bei einer dreiköpfigen Familie mit einem Wasserverbrauch von ca. 2l pro Person sind bei 19-80ct pro Flasche mal eben monatlich 35-145€ weniger auf dem Konto. Zum Vergleich: Ein Liter Leitungswasser kostet weniger als 0,2 Cent, ergibt also bei gleichen Bedingungen 36 Cent pro Monat. Ein Unterschied, der sich aufsummiert!

 

 

5. Einkaufsliste erstellen

Lebensmittel gezielt zu kaufen und Mahlzeiten vorher zu planen spart eine Menge Geld und Abfall! Wahllos Produkte kaufen, die letztendlich im Müll landen hilft weder deinem Geldbeutel, noch der Umwelt. Dabei ist es gar nicht so schwierig, vor dem Einkauf eine Einkaufsliste zu erstellen und dann gezielt nach dieser zu shoppen. Und das Beste ist: Hat man einmal eine Einkaufsliste erstellt, dann kann man sie wiederholt beim Wocheneinkauf einsetzen und je nach Belieben variieren. So erspart man sich zusätzlich langes Grübeln im Supermarkt oder - noch schlimmer - planloses Einkaufen, was letztendlich eigentlich immer teuer sein wird, als mit einem konkreten Einkaufszettel die Supermarktgänge zu durchforsten. Es ist ein kleiner Schritt mit einer großen Wirkung, du wirst dich wundern, wie leer dein Kühlschrank plötzlich sein kann - nachdem du alles nach Plan verbraucht hast und nichts sinnlos bis weit über das Ablaufdatum hinaus liegen bleibt.

 

6. Bio aus dem Discounter

Die Autorin Rosa Wolff etwa hat es (fast) geschafft, sich mit Bio-Lebensmitteln einen Monat lang vom vorgesehenen Hartz-IV-Satz 2011 für Essen zu ernähren. Wie sie den Selbstversuch im Buch „Arm aber Bio“ dokumentierte, ist sie mit 4,52 Euro am Tag ausgekommen (17 Cent mehr als die angestrebten 4,35 Euro). Einer der größten Tricks dabei war, weniger Fleisch zu kaufen. Allgemein ist es weitaus gesünder weniger (und dafür vielleicht sogar qualitativ hochwertigeres) Fleisch zu konsumieren. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist es sogar empfehlenswert, insgesamt nicht mehr als 300-600 Gramm (g) Fleisch und Wurst pro Woche als Erwachsener zu verzehren. Zur Veranschaulichung: Ein herkömmliches Burger-Patty hat bereits 150g Gewicht, danach ist der halbe Wochenbedarf bereits gedeckt.

Gemüse wie Gurken oder Paprika, sowie Reis und Bananen sind im Schnitt nur etwa 20ct teurer mit dem Bio-Siegel. Es lohnt sich also die Augen offen zu halten und nach preiswerten Alternativen zum konventionellen Produktsortiment Ausschau zu halten. 

7. Saisonal einkaufen

Ein Tipp, den man oft liest, aber dennoch stets im Hinterkopf haben sollte. Es ist einfach lohnenswert mit seinem Erdbeerkuchen oder Gurkensalat bis zum Sommer zu warten, da man zur jeweiligen Saison das gewünschte Obst und Gemüse zum halben oder sogar zum Drittel des Preises bekommt, den man sonst zahlen müsste. Und keine Sorge: Es muss zu keiner Saison gehungert werden, denn in jedem Monat des Jahres haben unterschiedliche Obst- und Gemüsesorten Saison! Das hat außerdem einen guten Nebeneffekt: Es bringt Abwechslung in den Speiseplan und zu gewissen Zeiten sind die Bio-Produkte sogar so günstig, dass der Unterschied zu konventionell angebauten Produkten minimal erscheint. Aber selbst wenn es nicht Bio ist, ist es immer nachhaltiger, wenn man bis zur richtigen Saison wartet und regionales Obst und Gemüse kauft - da es nicht gerade vorteilhaft für die Umwelt ist, wenn deine Tomaten, aus Spanien importiert, schon mehr Kilometer diesen Monat zurückgelegt hat, als du selbst.

 

8. Energieeffiziente Geräte nutzen

Auch wenn ein neuer Kühlschrank oder eine neue Wäschemaschine auf den ersten Blick alles andere als kostengünstig erscheinen, rentiert es sich mit der Zeit sichtlich. Denn: Innovationen führen zu deutlich erhöhter Energieeffizienz. Während man dank EU-Richtlinien seit 2014 ineffiziente Neugeräte der Energieeffizienzklassen D und schlechter nicht einmal erhält, sollte man als Endverbraucher auch selbst darauf achten, keine Altgeräte weiterhin zu nutzen, die auf dieser Skala eher schlecht abschneiden. Die effizientesten Geräte haben heute die Klasse A+++ und die Tendenz geht mit wachsendem technischen Fortschritt nach oben. Und das macht sich in der Umwelt, aber auch nicht zuletzt im Geldbeutel bemerkbar, denn große Haushaltsgeräte sind für die Hälfte der Stromkosten in deutschen Haushalten verantwortlich. Langfristig gesehen ist es also IMMER besser, ob für Umwelt oder die Finanzen, auf Langlebigkeit und Energieeffizienz zu setzen. Glaubst du nicht? Als Beispiel: Eine neue Waschmaschine für 500€ wirkt zunächst erstmal unrentabel, aber es könnte sich schon in etwa 2 Jahren rentiert haben: Die Beratungsgesellschaft CO2online schätzt, dass ein Haushalt pro Jahr im Schnitt 230 Euro sparen könnte, wenn er effizient mit Strom umgeht. Also ist es nach ein paar Jahren finanziell schon so anzusehen, als hätte man sich niemals ein neues Gerät zugelegt! Und das Beste kommt noch: Ab diesem Punkt beginnt man, nachhaltig zu sparen UND umweltfreundlich zu leben.

 

 

9. Mengenpreise beachten

Bei Lebensmitteln, die sich länger halten, wie Nudeln, Getränke, Konserven oder auch Tiefkühlkost etwa, lohnt es sich, nicht immer nur auf den eigentlichen Preis zu achten, sondern auch den Preis pro 1kg/1l zu vergleichen, so wie er meist kleingedruckt auf den Preisschildern ausgezeichnet ist, und größere Mengen zu kaufen, da dies meist günstiger ist. Ganz besonders tückisch sind hierbei die Fertiggerichte. Während die wenig nährreichen Produkte mit oft niedrig erscheinenden Preisen locken, lohnt es sich hier zwei mal hinzuschauen. Denn eine Tiefkühlpizza für 3€ scheint im ersten Moment zwar die günstigere Wahl zu sein, aber eine selbstgemachte Pizza, etwa aus Hefe, Mehl, Wasser, Tomatensauce, Zwiebeln, Knoblauch und Käse, reicht nicht nur für eine, sondern im Zweifelsfall für vier Personen und ist von den Zutaten im Verhältnis dann um einiges günstiger. Es lohnt sich frisch zu kochen, es ist gesünder, günstiger und nachhaltiger. Es gilt: Lass dich nicht von scheinbar günstigen Preisen täuschen.

 

Bei dir ist eher die Bequemlichkeit als das Geld ein Problem? Dann schau hier für 12 simple Tricks, mit denen du ohne viel Aufwand nachhaltiger lebst und sogar noch persönlich davon profitierst!

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